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Präventionsbroschüre Glücksspielsucht | 02. Februar 2010 PDF Drucken E-Mail


alt„Zu hoch gepokert?“: Broschüre zur Glücksspielsuchtprävention

Glücksspiel kann süchtig machen! Trotz der Teilnahmebeschränkung „ab 18 Jahren“ haben 60,7% der Jugendlichen im Alter von 16-17 Jahren laut einer Studie Glücksspielerfahrung. Die Hessische Landesstelle hat deshalb mit ihren Partnerorganisationen in Brandenburg, Thüringen, Bayern und Niedersachsen bundesweit die erste Broschüre zum Thema Glücksspielsuchtprävention und Jugendliche entwickelt. „Auch wenn die Regelung des Glücksspiels in die Kompetenzen der einzelnen Länder fällt, so macht die Glücksspielsucht nicht an der Landesgrenze halt.

Besorgniserregende Zahlen von gefährdeten oder schon betroffenen Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind deutschlandweit zu beobachten. In den meisten Familien und Schulen wird dieses Thema, das mit seinen Risiken immer noch verkannt wird, selten zur Sprache gebracht. Je mehr kompetente Partner sich hier engagieren, desto effektiver die Aufklärung und Hilfen“ sagt Daniela Senger-Hoffmann, Projektleiterin für Glücksspielsucht in der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen e.V. Eine gemeinsame Präventionsbroschüre – über Ländergrenzen hinweg – ist ein Novum und eigentlich längst überfällig. Die Broschüre soll dazu dienen, Jugendliche und junge Erwachsene schneller und gezielter zu erreichen und mit ihnen über die Risiken und Anhaltspunkte der Glücksspielsucht ins Gespräch zu kommen. Neben interessanten Hintergrundinformationen, Erfahrungsberichten und Ansprechpartnern überzeugt die Broschüre vor allem auch durch ihren aktuellen Bezug zur Lebenswelt von Jugendlichen. 

Die Broschüre wendet sich an pädagogische Fachkräfte, die mit Jugendlichen und jungen Erwachsenen arbeiten. „Dass fast 2/3 der Jugendlichen trotz des gesetzlichen Verbotes bereits Erfahrungen mit dem Glücksspiel haben, ist alarmierend“, so Wolfgang Schmidt, Geschäftsführer der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen. Glücksspiel ist aber gerade für junge Menschen verlockend: Die zahlreichen Angebote zum Glücksspielen z.B. im Internet oder in Spielhallen sind vielfach leicht verfügbar. Die Aussicht auf das schnell und einfach verdiente Geld lässt das Adrenalin steigen. Mögliche Risiken werden vernachlässigt, das Gefühl alles im Griff zu haben, überwiegt. Doch Glücksspiel kann süchtig machen: Schätzungsweise weisen 149.000 bis 340.000 Personen deutschlandweit ein problematisches Spielverhalten auf, bei 100.000 bis 290.000 Personen ist ein krankhaftes Spielverhalten erkennbar. In Hessen sind 47.000 Menschen von dieser Sucht betroffen. Davon entsprechen ca. 13.400 hessische Jugendliche im Alter von 13 bis 19 Jahren den Kriterien problematischen Glücksspielens. 


Die Länderkoordinatorinnen Glücksspielsucht stellen die neue Präventionsbroschüre vor.
Von links nach rechts: Claudia Kirschner (Thüringen), Andrea Hardeling (Brandenburg), Martina Kuhnt (Niedersachsen), Daniela Senger-Hoffmann (Hessen). ohne BILD: Andreas Czerny (Bayern).


Die Broschüre „Zu hoch gepokert?“ kann kostenfrei von der Hessischen Landesstelle für Suchtfragen (HLS) per Telefon 069-71376777 oder Email (an Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! Sie müssen JavaScript aktivieren, damit Sie sie sehen können. ) angefordert oder als PDF heruntergeladen werden.